Equal Pay: Fakten und Strategien zur Gleichbehandlung

Equal Pay: Fakten und Strategien zur Gleichbehandlung

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INHALT

Der Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist ein wichtiges Thema in der Arbeitswelt. Das bedeutet, dass Männer und Frauen im gleichen Arbeitsumfeld für die gleiche Tätigkeit den gleichen Lohn erhalten sollten. Aber auch Leiharbeitnehmer:innen sollen einen gleichen Stundenlohn erhalten, wie Festangestellte. Die Arbeitsplätze müssen nicht identisch sein, aber sie müssen im Wesentlichen gleichwertig sein. Die Arbeitsinhalte und nicht die Berufsbezeichnungen bestimmen, ob Arbeitsplätze als gleichwertig angesehen werden.

Faktoren wie Anstrengung, Verantwortung und Arbeitsbedingungen spielen dabei eine Rolle. Anstrengung bezieht sich auf die körperliche oder geistige Anstrengung, die zur Ausführung einer Arbeit erforderlich ist. Verantwortung bedeutet den Grad an Rechenschaftspflicht, der für die Durchführung der Arbeit erforderlich ist. Arbeitsbedingungen schließen zwei Faktoren ein: die physische Umgebung wie Temperatur, Dämpfe und Belüftung und Gefahren.

Obwohl sich die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern seit der Unterzeichnung des Equal Pay Act von 1963 verringert hat, verdienen Frauen laut der Organisation UN Women im Jahr 2023 global gesehen noch immer 77 Cent für jeden Dollar, den ein Mann verdient. Die Lohnlücke hat sich für jüngere Frauen verkleinert, da sie ihr Bildungsniveau erhöhen und in traditionell von Männern dominierte Berufe eindringen.

Geschichte Der Lohngleichheit

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts begannen Frauen weltweit, für gleiche Bezahlung und Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen. Die ersten Erfolge in dieser Hinsicht wurden in den 1960er und 1970er Jahren erzielt, als verschiedene Länder Gesetze zur Bekämpfung von Diskriminierung und zur Förderung von Chancengleichheit verabschiedeten. Trotz dieser Gesetze bleibt die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen ein anhaltendes Problem. Die klassische Zeitarbeit entwickelte sich nach Ende des zweiten Weltkriegs und findet wenig Veränderung im Laufe der Zeit.

In vielen Ländern wurden Gesetze zur Bekämpfung der Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts verabschiedet. Beispielsweise verabschiedete Deutschland mit dem Equal-Pay-Grundsatz im April 2017, das den Anspruch auf gleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Arbeit zwischen Frauen und Männern stärkte und im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt ist. In anderen Ländern, wie den USA oder Großbritannien, gibt es ebenfalls Gesetze, die gleiche Bezahlung für alle Geschlechter vorschreiben. Der Equal Pay Grundsatz ist jedoch zu unterscheiden vom Equal Treatment (Gleichstellungsgrundsatz) welcher 2008 in Kraft getreten ist. Beim Equal Treatment geht es darum, dass ein/e Zeitarbeitnehmer:in einen Anspruch auf die wesentlichen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Kundenunternehmen hat, die für eine/n vergleichbaren Stammmitarbeiter:in gelten.

Trotz der Fortschritte in der Gesetzgebung besteht weiterhin eine Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Der Equal Pay Day, der am 7. März 2023 stattfand, symbolisiert diese Lohnlücke, den sogenannten Gender-Pay-Gap. In Deutschland beträgt dieser geschlechtsspezifische Lohnunterschied aktuell etwa 18 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen bis zum Equal Pay Day im Vergleich zu Männern unentgeltlich gearbeitet haben, während diese seit dem 1. Januar 2023 entlohnt werden.

In einigen Bundesländern, wie Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, ist der Gender-Pay-Gap sogar noch höher, während in ostdeutschen Bundesländern aufgrund anderer historisch bedingter Entwicklungen und geschlechtsspezifischer Rollenbilder die Lohnunterschiede geringer ausfallen.

Die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen wird weiterhin thematisiert, und es gibt Bemühungen, den Gender-Pay-Gap zu verringern. Obwohl in vielen Ländern Fortschritte erzielt wurden, bleibt die Lohngleichheit ein bedeutendes gesellschaftliches und wirtschaftliches Anliegen.

Seit 2017 greift, sobald im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung neun Monate ununterbrochen gearbeitet wurde, für Zeitarbeitnehmer:innen §8 des deutschen Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Wenn der/die Arbeitnehmer:in über ein anderes Zeitarbeitsunternehmen für dieselbe Firma arbeitet, wird die vorherige Einsatzdauer angerechnet. Das bedeutet für die Entleiher, dass die Equal-Pay-Richtlinien stringent eingehalten werden müssen, da sonst Bußgelder für das Unternehmen und den Verleiher drohen oder sogar die Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis entzogen wird. Dies kann laut eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts (BAG) jedoch durch die Vereinbarung von Branchenzuschlagstarifverträgen umgangen werden.

Faktoren der Lohnungleichheit

Trotz gesetzlicher Regelungen gibt es immer noch Fälle von Diskriminierung gegenüber Frauen in Bezug auf Gehälter. Dies kann dazu führen, dass Frauen niedrigere Gehälter als Männer für die gleiche Arbeit erhalten.

Ein weiterer Faktor für Lohnungleichheit ist die unterschiedliche Verteilung von Qualifikationen und Fähigkeiten nach Geschlecht. In einigen Bereichen sind Frauen eher in weniger gut bezahlten Jobs tätig, während Männer in höheren Positionen arbeiten. Dies kann zu Lohnunterschieden beitragen.

Die Verteilung von Frauen und Männern in verschiedenen Berufsbereichen kann ebenfalls zur Lohnungleichheit beitragen. In einigen Branchen, wie z.B. in der Technologiebranche, sind Männer stark überrepräsentiert, während Frauen in anderen Bereichen häufiger tätig sind, die tendenziell niedrigere Gehälter bieten.

Frauen arbeiten in Deutschland häufiger in Teilzeit als Männer, was den Verdienstabstand zwischen den Geschlechtern vergrößern kann. Da Teilzeitbeschäftigte in der Regel weniger verdienen als Vollzeitbeschäftigte, kann dies zu den Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern beitragen.

Lösungen und Strategien

Eine wichtige Maßnahme zur Verringerung des Gender Pay Gap ist die Schaffung von Transparenz in Bezug auf Gehaltsstrukturen und -niveaus. Die Europäische Entgelttransparenzrichtlinie (EU/2023/970), die am 6. Juni 2023 in Kraft getreten ist, verpflichtet Unternehmen zu mehr Transparenz und verbesserten Auskunftsrechten bei Entgeltdiskriminierungen. In Deutschland sind private Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten aufgefordert, ihre Entgeltstrukturen regelmäßig auf Einhaltung der Entgeltgleichheit zu überprüfen.

Die Veränderung von Geschlechterrollen und -stereotypen spielt ebenso eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Lohngerechtigkeit. Sensibilisierung und Aufklärung können dazu beitragen, dass Frauen und Männer in der Arbeitswelt gleichberechtigt wahrgenommen und bei der Entlohnung entsprechend berücksichtigt werden.

Flexibles Arbeiten, wie z.B. Home-Office oder flexible Arbeitszeiten, können ebenfalls zu mehr Lohngerechtigkeit beitragen. So haben Beschäftigte die Möglichkeit, ihr Arbeitsleben besser an ihre persönliche Situation anzupassen, was insbesondere Frauen zugutekommen kann, die oft eine höhere Betreuungslast für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige tragen.

Auch eine gezielte Aufklärung über die bestehenden Lohnunterschiede und ihre möglichen Ursachen ist wichtig. Informations- und Aktionstage, wie der Equal-Pay-Day, der seit 2008 jährlich in Deutschland stattfindet, tragen dazu bei, das Bewusstsein für die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede zu schärfen. Damit wird die Grundlage für einen konstruktiven Dialog und die Entwicklung von Lösungsansätzen geschaffen, die ein faires und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld fördern.

Um die Lohnlücke zwischen Zeitarbeitnehmer:innen und Stammarbeitnehmer:innen zu lösen sollte der gesetzliche Equal Pay vom Entleiher eingehalten werden.

Weltweite Tendenzen

In den letzten Jahren wurden weltweite Tendenzen im Bereich der Lohngleichheit beobachtet. Weltweit beträgt die geschlechtsspezifische Lohnlücke 16 %, was bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 84 % dessen verdienen, was Männer verdienen. Bei Frauen mit Migrationshintergrund, Frauen mit Kindern und Frauen of Color ist die Kluft sogar noch größer.

Die Niederlande sind ein Beispiel für die Lohnungleichheit in Europa mit einem unbereinigten Gender-Pay-Gap von 13.5% in 2021. Bei höher gebildeten Arbeitnehmerinnen steigt die Lohnlücke sogar an. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat Island im Jahr 2018 Gesetze erlassen, die Unternehmen mit 25 oder mehr Angestellten verpflichten, jährlich eine Zertifizierung für gleiche Bezahlung einzuholen. Dies soll sicherstellen, dass gleichwertige Arbeit unabhängig vom Geschlecht gleich entlohnt wird.

Eine Weltorganisation, die sich für die Lohngleichheit einsetzt, ist UN Women. Laut UN Women verdienen Frauen global gesehen derzeit nur 77 Cent für jeden Dollar, den Männer verdienen. Die Organisation betont, dass es bei der aktuellen Geschwindigkeit der Veränderungen bis zum Jahr 2069 dauern wird, bis die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht ist.

Um die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu schließen, müssen Gesetze und Regelungen erlassen, angepasst und überwacht werden. Darüber hinaus ist eine Umstellung der Denkweise und ein Abbau von Geschlechterstereotypen in der Arbeitswelt notwendig. Auch die Anwendung neutraler Bewertungskriterien für Arbeitsplätze sowie das Schaffen von Transparenz bei Gehaltsstrukturen können zu einer gerechteren Entlohnung führen.

Insgesamt zeigt die weltweite Tendenz in Bezug auf die Lohngleichheit sowohl positive Entwicklungen als auch weiterhin bestehende Herausforderungen. Eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist notwendig, um Fortschritte und Verbesserungen in dem Bereich der Lohngleichheit zu erzielen.

Zukünftige Herausforderungen

In den kommenden Jahren stehen mehrere Herausforderungen im Zusammenhang mit der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern bevor. Eine dieser Herausforderungen ist die Digitalisierung, die sich auf die Arbeitswelt und damit auch auf die Lohngerechtigkeit auswirkt. Es ist wichtig, darauf zu achten, wie die digitale Transformation die Rollenverteilung in verschiedenen Berufen beeinflusst, um ein besseres Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu schaffen.

Eine andere Herausforderung besteht darin, die strukturellen Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt zu beseitigen. Dazu gehört die Beseitigung von Diskriminierung auf Grundlage von Geschlecht, Alter oder Behinderung. Gesetzliche Rahmenbedingungen, wie das Gleichbehandlungsgesetz und die Antidiskriminierungsrichtlinien, sind wichtige Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen.

Darüber hinaus muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden, um einen Beitrag zur Lohngleichheit zu leisten. Maßnahmen wie der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, die Einführung von Elternzeitmodellen oder die Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen können dazu beitragen, die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu schließen.

Die Sensibilisierung und Aufklärung von Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen über das Prinzip des gleichen Lohns für gleiche Arbeit ist ebenfalls eine bedeutende Herausforderung. Die Schaffung von Transparenz über Löhne und Gehälter innerhalb von Unternehmen kann dazu beitragen, die Ungleichheiten zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Lohngerechtigkeit einzuleiten. Besonders bei Zeitarbeitnehmer:innen ist es wichtig nicht zu vergessen, dass diese ebenfalls Ansprüche bzw. Differenzzahlung auf ein gleiches Entgelt, einen Ausgleich von Weihnachtsgeld, Sachbezügen, dem Diensthandy und Sonderzahlungen/Entgeltfortzahlungen (z.B. vermögenswirksame Leistungen) wie die Stammbelegschaft, haben.

Schließlich sind branchenübergreifende Initiativen und Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene erforderlich, um die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt zu fördern. Ein global abgestimmtes Vorgehen ist notwendig, um Fortschritte bei der Schließung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu erzielen und die Ziele nachhaltiger Entwicklung zu verwirklichen.

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Fazit

Gleichstellung der Bezahlung ist ein wichtiges Thema, um Fairness und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Es ist in vielen Industrien und auf unterschiedlichen Ebenen der Beschäftigung noch immer präsent. Gleichstellung der Bezahlung ist sowohl für Männer als auch für Frauen von Bedeutung, da dies sowohl das Vertrauen der Mitarbeiter:in als auch ihre Leistungsfähigkeit erhöht.

In einigen Branchen, wie dem Sport, wurden in den letzten Jahren Fortschritte erzielt. Zum Beispiel haben die Spielerinnen der US-amerikanischen Fußballnationalmannschaft nach langwierigen Rechtsstreitigkeiten im Mai 2022 eine Vereinbarung zur gleichen Bezahlung mit dem US-amerikanischen Fußballverband getroffen. Aber trotz solcher Erfolge gibt es immer noch Bereiche, in denen die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen fortbesteht.

In verschiedenen Unternehmen und Organisationen sind Maßnahmen zu ergreifen, um Gleichstellung der Bezahlung zu fördern und zu gewährleisten. Einige dieser Maßnahmen könnten transparente Gehaltsstrukturen, jährliche Gehaltsüberprüfungen, Durchführung von Gehaltsaudits und ein Engagement für faire Bezahlung auf allen Ebenen der Organisation sein

Es ist wichtig, weiterhin auf gleiche Bezahlung und Gleichstellung in der Arbeitswelt hinzuarbeiten, damit Frauen und Männer gleichermaßen geschätzt und Leiharbeitnehmer:innen fair behandelt werden. Durch kontinuierliche Anstrengungen und offene Diskussionen zu diesem Thema können Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen gemeinsam den Weg zu einer gleichberechtigten Arbeitswelt ebnen.

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