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Kündigung Minijob (Vorlage): Muster für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Katrin KizilkanKatrin Kizilkan
19. Okt. 2026Max 6 Min. Lesezeit
Kündigung Minijob (Vorlage): Muster für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Kurz gesagt: Einen Minijob kündigen Arbeitgeber und Minijobber:innen genauso wie jedes andere Arbeitsverhältnis: schriftlich auf Papier und eigenhändig unterschrieben (§ 623 BGB). Eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp ist unwirksam. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende, in der Probezeit zwei Wochen (§ 622 BGB). Unten findest Du eine kostenlose Kündigung Minijob Vorlage für Arbeitgeber und für Arbeitnehmer:innen, jeweils als Word und PDF.

  • Form: Papier mit Originalunterschrift, kein Fax, keine E-Mail, keine Messenger-Nachricht
  • Frist: 4 Wochen zum 15. oder Monatsende; für Arbeitgeber länger, je nach Betriebszugehörigkeit
  • Grund: muss im Schreiben nicht stehen; mit Kündigungsschutz braucht die Arbeitgeberkündigung aber einen
  • Danach: Abmeldung bei der Minijob-Zentrale spätestens sechs Wochen nach dem Ende

Stand: Oktober 2026

Kündigung Minijob Vorlage: Muster zum Download

Beide Vorlagen sind kostenlos und ohne Anmeldung. Gelb markierte Platzhalter in [eckigen Klammern] füllst Du aus, die Hinweise am Ende löschst Du vor dem Ausdrucken. Die Word-Datei kannst Du direkt bearbeiten, das PDF ausdrucken und von Hand ausfüllen.

VorlageWordPDF
Kündigung durch den Arbeitgeber (mit Empfangsbestätigung)Download .docxDownload .pdf
Kündigung durch die Minijobberin oder den MinijobberDownload .docxDownload .pdf

Muster: Kündigung Minijob durch den Arbeitgeber

Sehr geehrte:r [Frau/Herr Nachname],

hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende geringfügige Beschäftigungsverhältnis (Minijob) als [Tätigkeit], Arbeitsvertrag vom [Datum], ordentlich und fristgerecht zum [Beendigungsdatum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.

Ihren restlichen Urlaubsanspruch von [Anzahl] Arbeitstagen gewähren wir Ihnen in der Zeit vom [Datum] bis [Datum]. Bitte geben Sie alle überlassenen Arbeitsmittel bis spätestens [Datum] zurück.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift, Name, Funktion]

Die Vorlage enthält zusätzlich eine Empfangsbestätigung, mit der Du den Zugang der Kündigung nachweist.

Muster: Minijob kündigen als Arbeitnehmer:in

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich mein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (Minijob) als [Tätigkeit] ordentlich und fristgerecht zum [Beendigungsdatum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung und das Beendigungsdatum schriftlich. Bitte stellen Sie mir außerdem ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift, Name]

Der Zusatz „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“ sorgt dafür, dass die Kündigung auch dann wirkt, wenn Du das Enddatum falsch berechnet hast: Sie gilt dann zum nächsten zulässigen Termin.

Schriftform: Minijob kündigen per E-Mail oder WhatsApp?

Nein. § 623 BGB schreibt vor: „Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.“ Das gilt für den Minijob genauso wie für eine Vollzeitstelle und für beide Seiten.

  • Unwirksam: E-Mail, WhatsApp, SMS, Fax, ein Foto oder Scan des unterschriebenen Briefs und eine mündliche Kündigung
  • Wirksam: ein ausgedrucktes Schreiben mit eigenhändiger Unterschrift, das der anderen Seite im Original zugeht
  • Zugang nachweisen: Die Kündigung wirkt erst, wenn sie ankommt. Am sichersten ist die persönliche Übergabe gegen Empfangsbestätigung oder die Zustellung durch einen Boten, der den Inhalt kennt.

Eine Eingangsbestätigung der Gegenseite ist für die Wirksamkeit nicht nötig. Sie ist nur ein Beweismittel dafür, dass und wann die Kündigung angekommen ist.

Kündigungsfrist im Minijob

Für Minijobs gelten die Fristen aus § 622 BGB, solange Arbeits- oder Tarifvertrag nichts anderes regeln:

  • Grundfrist: vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats (§ 622 Abs. 1 BGB). Das gilt für Kündigungen durch Minijobber:innen in aller Regel immer, egal wie lange sie schon dabei sind.
  • Probezeit: In einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten reichen zwei Wochen, für beide Seiten (§ 622 Abs. 3 BGB).
  • Aushilfe: Für eine vorübergehende Aushilfe kann der Vertrag eine kürzere Frist vorsehen, aber nur in den ersten drei Monaten (§ 622 Abs. 5 Nr. 1 BGB).

Kündigt der Arbeitgeber, verlängert sich die Frist mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses (§ 622 Abs. 2 BGB):

Arbeitsverhältnis bestehtKündigungsfrist für den Arbeitgeber
bis 2 Jahre4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende
ab 2 Jahren1 Monat zum Monatsende
ab 5 Jahren2 Monate zum Monatsende
ab 8 Jahren3 Monate zum Monatsende
ab 10 Jahren4 Monate zum Monatsende
ab 12 Jahren5 Monate zum Monatsende
ab 15 Jahren6 Monate zum Monatsende
ab 20 Jahren7 Monate zum Monatsende

Für Minijobber:innen darf der Vertrag keine längere Frist vorsehen als für den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB). Das genaue Enddatum für Deinen Fall berechnet der Kündigungsfrist-Rechner; mehr zu den Fristen steht im Beitrag zur Kündigungsfrist.

Kündigungsschutz: Brauchen Arbeitgeber einen Grund?

Minijobber:innen haben dieselben Arbeitnehmerrechte wie andere Beschäftigte. Ob der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund braucht, hängt vom Kündigungsschutzgesetz ab:

  • Kündigungsschutzgesetz gilt, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht (§ 1 Abs. 1 KSchG) und der Betrieb in der Regel mehr als zehn Arbeitnehmer:innen beschäftigt (§ 23 Abs. 1 KSchG). Teilzeitkräfte zählen dabei mit 0,5 (bis 20 Wochenstunden) oder 0,75 (bis 30 Wochenstunden). Dann muss die Kündigung durch Gründe in der Person, im Verhalten oder durch dringende betriebliche Erfordernisse bedingt sein (§ 1 Abs. 2 KSchG).
  • Kleinbetrieb oder Wartezeit: Ohne Kündigungsschutzgesetz braucht die ordentliche Kündigung keinen besonderen Grund; sie darf aber nicht willkürlich, sittenwidrig oder diskriminierend sein.
  • Betriebsrat: Er ist vor jeder Kündigung zu hören, sonst ist sie unwirksam (§ 102 Abs. 1 BetrVG).
  • Besonderer Kündigungsschutz: Schwangere, Beschäftigte in Elternzeit und schwerbehinderte Menschen sind auch im Minijob besonders geschützt.
  • Fristlose Kündigung: nur aus wichtigem Grund und innerhalb von zwei Wochen, nachdem der Kündigende davon erfahren hat (§ 626 BGB). Mehr dazu unter fristlose Kündigung.

Wer eine Kündigung für unwirksam hält, muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage beim Arbeitsgericht erheben (§ 4 KSchG).

Nach der Kündigung: Checkliste für Arbeitgeber

  1. Abmeldung bei der Minijob-Zentrale: mit der nächsten Entgeltabrechnung, spätestens sechs Wochen nach dem Ende des Minijobs, elektronisch über das Abrechnungsprogramm oder das SV-Meldeportal (Abgabegrund 30).
  2. Resturlaub: Auch Minijobber:innen haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, anteilig nach Arbeitstagen pro Woche. Bei zwei Arbeitstagen pro Woche sind das gesetzlich 8 Tage im Jahr, siehe Urlaubsanspruch im Minijob. Was bis zum Ende nicht genommen werden kann, wird ausgezahlt.
  3. Arbeitszeugnis: Bei Beendigung besteht Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis, auf Verlangen auch ein qualifiziertes mit Leistung und Verhalten (§ 109 GewO). Vorlage: Arbeitszeugnis.
  4. Abschlussabrechnung und Arbeitsmittel: letzte Abrechnung erstellen, Schlüssel, Dienstkleidung und Zugänge zurückfordern.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Minijob per WhatsApp oder E-Mail kündigen?

Nein. Die Kündigung braucht die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift; die elektronische Form ist ausgeschlossen (§ 623 BGB). Eine Kündigung per WhatsApp, E-Mail oder SMS beendet den Minijob nicht.

Welche Kündigungsfrist gilt beim Minijob?

Ohne andere Regelung im Vertrag vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats, in der Probezeit zwei Wochen (§ 622 BGB). Kündigt der Arbeitgeber, verlängert sich die Frist ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit.

Muss im Kündigungsschreiben ein Grund stehen?

Nein, bei einer ordentlichen Kündigung nicht. Gilt das Kündigungsschutzgesetz, muss der Arbeitgeber aber einen personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Grund haben und ihn im Streitfall beweisen.

Kann ein Minijob fristlos gekündigt werden?

Ja, aber nur aus wichtigem Grund, wenn die Fortsetzung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zumutbar ist, und nur innerhalb von zwei Wochen, nachdem der Kündigende von dem Grund erfahren hat (§ 626 BGB).

Muss der Arbeitgeber den Minijob nach der Kündigung abmelden?

Ja. Die Abmeldung geht mit der nächsten Entgeltabrechnung an die Minijob-Zentrale, spätestens sechs Wochen nach dem Ende der Beschäftigung.

Gibt es die Kündigung Minijob Vorlage auch als PDF?

Ja. Beide Vorlagen, für Arbeitgeber und für Arbeitnehmer:innen, gibt es oben kostenlos als Word-Datei und als PDF.

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Disclaimer: Dieser Beitrag und die Vorlagen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechtsberatung.

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