Fachkräftemangel in Deutschland - Auswirkungen und Ansätze

Fachkräftemangel in Deutschland - Auswirkungen und Ansätze

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INHALT

Der Fachkräftemangel in Deutschland stellt seit Jahren eine Herausforderung für die Wirtschaft und Politik dar. Trotz einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung, bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in verschiedenen Wirtschaftszweigen und Regionen bestehen. Berufsfelder wie Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Handwerk sind besonders stark von dem Mangel betroffen.

In vielen Bereichen führt der Fachkräftemangel in Deutschland zu Engpässen bei der Besetzung von Schlüsselpositionen und hemmt das Wachstum einzelner Unternehmen. Die Hauptursachen für das Problem sind vielfältig und reichen von einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung über eine unzureichende duale Berufsausbildung bis hin zu einer langsamen Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt.

Um die Folgen des Fachkräftemangels in Deutschland erfolgreich zu bewältigen, ist ein vielseitiger Ansatz erforderlich. Politik und Wirtschaft müssen Hand in Hand arbeiten, um flexible und effiziente Lösungen zu entwickeln. Dazu zählen die gezielte Förderung von Investitionen in Bildung, Aus- und Weiterbildung sowie die Vereinfachung des Zugangs zu Arbeit für qualifizierte Zuwander:innen.

Bild Frau am Tablet
Fachkräftemangel ist eine Herausforderung für viele Unternehmen.

Fachkräfte Definition

Eine Fachkraft ist eine Person, die über spezialisierte Ausbildung, Qualifikationen und Erfahrungen in einem bestimmten Berufsfeld verfügt. In Deutschland bezieht sich Fachkräftemangel im Allgemeinen auf den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in verschiedenen Branchen.

Fachkräfte werden in der Regel durch formelle Bildung, berufliche Ausbildung und Praktika ausgebildet. Viele Absolvent:innen von Universitäten und Fachhochschulen gelten als Fachkräfte aufgrund ihrer akademischen und praktischen Kenntnisse. Fachkräfte verfügen über ausreichende Berufserfahrung und Fachkenntnisse.

Im Kontext des Fachkräftemangels in Deutschland ist es wichtig, zwischen Fachkräften aus verschiedenen Bereichen zu unterscheiden:

  • Akademische Fachkräfte: Diese sind Absolventen von Hochschulen und Universitäten, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet spezialisiert sind, wie zum Beispiel Ingenieur:innen, Ärzt:innen und Informatiker:innen.
  • Nicht-akademische Fachkräfte: Hierbei handelt es sich um Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im dualen System, das sowohl theoretisches Wissen in der Berufsschule als auch praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb umfasst. Diese Gruppe von Fachkräften umfasst zum Beispiel Elektriker:innen, Schweißer:innen oder Krankenpfleger:innen.

Es sollte angemerkt werden, dass die Definition von Fachkräften je nach Kontext und Branche variieren kann. Bei der Bewertung des Fachkräftemangels in Deutschland sollten die spezifischen Kriterien, die für Fachkräfte in den verschiedenen Sektoren gelten, berücksichtigt und analysiert werden.

Ursachen des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, die die Arbeitsmarktdynamik beeinflussen. Einer dieser Faktoren ist der demografische Wandel. Die Bevölkerung in Deutschland altert, was zu einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung führt. Ein  Faktor sind die Auswirkungen der Babyboomer-Generation. In den nächsten Jahren wird eine große Anzahl von Arbeitnehmenden in den Ruhestand treten. Dieser demografische Wandel führt zu einem erheblichen Mangel an Fachkräften in verschiedenen Branchen. Dies hat zur Folge, dass es weniger qualifizierte Arbeitnehmende gibt, die die wachsenden Bedürfnisse des Arbeitsmarktes erfüllen können. Zudem hat sich die wirtschaftliche Situation in den letzten Jahren verbessert, was zu einem Anstieg der Nachfrage nach Fachkräften geführt hat.

Die Bildungspolitik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Ursache des Fachkräftemangels. Ein Mangel an Fachkräften in bestimmten Berufsfeldern kann darauf hindeuten, dass das Bildungs- und Ausbildungssystem nicht ausreichend auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestimmt ist. Ein effektives Ausbildungssystem sollte sicherstellen, dass genügend Spezialisten in den verschiedenen Branchen ausgebildet werden, um den Bedarf an Fachkräften zu decken und den Mangel an qualifizierten Arbeitnehmenden zu reduzieren.

Die Integration von Arbeitnehmenden aus dem Ausland könnte dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzumildern. Allerdings müssen Maßnahmen wie verbesserte Sprachkenntnisse und die Anerkennung ausländischer Qualifikationen gewährleistet sein, um diese potenziellen Arbeitskräfte effektiv in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Bild Team am Tisch
Ausbildung und Förderung kann helfen, dem Mangel entgegenzuwirken.

Aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt

Die aktuelle Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch eine hohe Anzahl an offenen Stellen, die aufgrund des Mangels an Fachkräften nicht besetzt werden können. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der unbesetzten Stellen. Diese Fachkräftelücke betrifft vor allem Engpassberufe, in denen die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften das Angebot übersteigt.

Innerhalb Deutschlands gibt es erhebliche regionale Unterschiede in Bezug auf den Fachkräftemangel. Während in einigen Bundesländern die Wirtschaft boomt, haben andere Regionen Schwierigkeiten, offene Stellen adäquat zu besetzen. Dies führt dazu, dass Unternehmen in diesen Regionen trotz der allgemein positiven Entwicklung der deutschen Wirtschaft Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften haben. Die Werte variieren stark, ob es nun Berlin oder Bayern ist. Das macht es schwierig, die Gesamtsituation in Deutschland zu bewerten.

Besonders betroffen von der Fachkräftelücke sind bestimmte Berufsgruppen, die als sogenannte Engpassberufe gelten. Einige dieser Engpassberufe laut der Berufsforschung sind zum Beispiel

  • IT-Spezialist:innen
  • Ingenieur:innen
  • Medizinisches Personal (wie z.B. auch in der Altenpflege)
  • Erzieher:innen

Die Bundesagentur für Arbeit definiert Engpassberufe als Berufsfelder, in denen die Anzahl der offenen Stellen im Vergleich zum Angebot an Arbeitskräften überdurchschnittlich hoch ist. Unternehmen in diesen Branchen haben es besonders schwer, geeignete Bewerbende für die unbesetzten Stellen zu finden, und leiden darunter, dass offene Stellen länger unbesetzt bleiben.

Die Prognose des Institut der deutschen Wirtschaft sagt zum Beispiel voraus, dass es bis 2026 wesentlich mehr Erzieher:innen geben wird, der Bedarf an Kinderbetreuung jedoch weiter wächst und somit der Fachkräftemangel bestehen bleibt.

In Deutschland herrscht zudem ein signifikanter Mangel an qualifizierten Fachkräften im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Dieser Mangel zeigt sich vor allem in Branchen wie der IT, der Elektrotechnik und dem Maschinenbau. Unternehmen in diesen Branchen haben Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Bewerbenden zu besetzen, was sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch das Wachstum der Unternehmen einschränkt.

Auch im Bereich der Ausbildungsplätze zeigt sich der Arbeitskräftemangel in Deutschland. Es gibt viele unbesetzte Ausbildungsstellen in MINT-Berufen sowie in anderen Branchen wie Handwerk und Pflege. Die Anzahl der Bewerbenden für offene Ausbildungsplätze bleibt hinter den verfügbaren Stellen zurück. Das bedeutet, viele der Betriebe haben Ausbildungsberufe die nicht besetzt sind, da nicht genug Bewerbende da sind. Dadurch entsteht eine Lücke, die nicht nur den Branchen, sondern auch der deutschen Wirtschaft insgesamt schadet. Nach einer Statistik veröffentlicht von BMBF, steigt das Angebot von Ausbildungsplätzen seit 2020 an, während die Nachfrage jedoch relativ stetig bleibt. Du kannst die Statistik auf Statista einsehen.

Auswirkungen auf Unternehmen und Wirtschaft

Deutsche Unternehmen sehen sich mit Engpässen und Verlusten infolge des Fachkräftemangels konfrontiert. In diesem Abschnitt betrachten wir die Auswirkungen auf die Wirtschaft und erörtern Strategien zur Fachkräftesicherung und die Rolle der Technologie.

Die Technologie kann dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzumildern und Fachkräfteengpässe zu reduzieren. Durch die Automatisierung von Arbeitsabläufen kann die Effizienz gesteigert und die Notwendigkeit von Fachkräften reduziert werden. Darüber hinaus ermöglichen technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und digitale Plattformen den Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte aus einem größeren Pool zu rekrutieren und zu verwalten.

Es ist wichtig, dass deutsche Unternehmen in die Digitalisierung investieren und sich auf Innovationen einlassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Bild Mann und Frau schlagen ein
Anreize helfen, Fachkräfte im Unternehmen zu halten. 

Die Sicherung von Fachkräften ist eine der wichtigsten Aufgaben für deutsche Unternehmen. Hier sind einige Maßnahmen, die ergriffen werden können:

  • Ausbildung: Unternehmen sollten die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden fördern und in betriebliche Ausbildung investieren, um den eigenen Bedarf an Fachkräften zu decken.
  • Rekrutierung: Eine effektive Personalbeschaffung ermöglicht es, qualifizierte Kandidat:innen schneller und zielgerichteter zu identifizieren.
  • Arbeitgeberattraktivität: Unternehmen sollten ihre Arbeitgebermarke stärken, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Dies umfasst flexibles Arbeiten, gute Arbeitsbedingungen, attraktive Vergütungsmodelle und Chancen zur persönlichen und beruflichen Entwicklung.
  • Integration: Die Integration von geflüchteten Fachkräften und die Zusammenarbeit mit Institutionen, die ausländische Fachkräfte vermitteln, können zur Deckung des Fachkräftebedarfs beitragen.

Die Bemühungen der Unternehmen sollten kontinuierlich darauf ausgerichtet sein, diese Herausforderungen zu bewältigen und den Fachkräftemangel erfolgreich zu bekämpfen.

Karrieremöglichkeiten

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften in Deutschland eröffnet jedoch auch Chancen. Menschen mit einer Ausbildung oder einem Abschluss im MINT-Bereich haben hervorragende Karrieremöglichkeiten. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Gehälter und beruflichen Perspektiven in diesen Branchen sehr attraktiv. Dies sollte junge Menschen dazu motivieren, sich für eine Karriere in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu entscheiden.

Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche Lage in Deutschland erheblich beeinflusst. Viele Branchen erlebten einen deutlichen Einbruch, was auch auf den Fachkräftemangel zurückzuführen ist. Durch die Krise wurden Produktionsketten unterbrochen, was zu einer erhöhten Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmenden führte.

Mehrere Faktoren trugen zur Verschärfung des Fachkräftemangels bei:

  • Kurzarbeit: Viele Unternehmen setzten auf Kurzarbeit, um den wirtschaftlichen Verlusten entgegenzuwirken. Dadurch fehlten Fachkräfte in gewissen Bereichen, was wiederum zu Produktionsverzögerungen führte.
  • Reisebeschränkungen: Die eingeschränkten Reisemöglichkeiten beeinträchtigte das Finden und die Mobilität der Fachkräfte. Internationale Mitarbeitende konnten nicht wie gewohnt ihren Job antreten.
  • Starker Einfluss auf einige Branchen: Einige Branchen waren besonders betroffen, zum Beispiel der Tourismussektor und die Gastronomie, die stark unter den Lockdown-Maßnahmen litten. Diese Situation verschärfte den Fachkräftemangel in diesen Bereichen.

Die Corona-Krise führte zu bedeutenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahlen stiegen und die Jobangebote gingen zurück. Trotzdem herrschte immer noch ein Mangel an qualifizierten Fachkräften in verschiedenen Branchen wie IT, Gesundheitswesen und Ingenieurwesen.

Einige der Veränderungen im Arbeitsmarkt während der Corona-Pandemie sind:

  • Wechsel in der Nachfrage nach Arbeitnehmenden: Unternehmen suchten häufiger nach digitalen Fachkräften, da der Bedarf an diesen aus Kostengründen stieg und durch die Umstellung auf Homeoffice und Online-Geschäft außerordentlich zunahm.
  • Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen: Die Arbeitnehmenden mussten ihre Arbeitsweisen anpassen, indem sie beispielsweise vermehrt von zu Hause aus arbeiteten oder sich eigenständig den aktuellen Anforderungen anzupassen.
  • Herausforderungen für die Rekrutierung: Es wurde schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden, da viele Prozesse ins Digitale verlagert wurden. Vorstellungsgespräche fanden häufig online statt und das Onboarding von neuen Mitarbeitenden war erschwert, durch fehlende persönliche Gespräche und Einarbeitung.

Trotz all dieser Herausforderungen bleibt der Fachkräftemangel in Deutschland ein drängendes Problem. Die Corona-Pandemie hat zwar das Ausmaß dessen verstärkt, doch stellen die vorher genannten Faktoren nur einen Teilaspekt dieses Problems dar.

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Lösungsansätze und Strategien

Employer Branding ist eine wichtige Strategie zur Fachkräftesicherung. Unternehmen sollten eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen, um qualifizierte Arbeitskräfte anzusprechen und an sich zu binden. Dies kann durch Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf, oder attraktive Ausbildungsplätze erreicht werden. Auf diese Weise können sie ihre Position im Wettbewerb um die besten Erwerbsfähigen stärken.

Eine weitere Maßnahme, um den Fachkräftemangel zu beheben, ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Durch dieses Gesetz soll der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften aus Ländern außerhalb der Europäischen Union erleichtert werden. Hierbei ist eine zielgerichtete Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland von großer Bedeutung. Durch die Fachkräfteeinwanderung können Unternehmen ihren Bedarf an spezialisierten Arbeitskräften decken und dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu reduzieren.

Ausbildung und Qualifizierung sind essenziell, um aktuelle und zukünftige Fachkräfte optimal auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Unternehmen sollten in die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden investieren und berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. Darüber hinaus sollte die Schaffung neuer Ausbildungsplätze gefördert werden, um einem zukünftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Fachkräftesicherung ist ein entscheidender Faktor für die Stabilität und das Wachstum der deutschen Wirtschaft. Durch gezielte Maßnahmen und Strategien können Unternehmen ihren Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften decken und einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Fachkräftemangels leisten. Dennoch gibt es einige Hürden für die Lösung des Problems. So ist es schwieriger die Entscheidung der nächsten Generationen in den kommenden Jahren zu beeinflussen um dem Mangel schnell entgegenzuwirken. Aber auch die Herausforderung Gesetzte zur Einwanderung  zu vereinfachen, dass kein großer bürokratischer und finanzieller Aufwand hinter der Rekrutierung von ausländischen Fachkräften und der Anerkennung von Qualifikationen steht.

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